Computerauswahl

Die Computerauswahl, Drahtseilakt zwischen Leistung und Preis.

Bei der Computerauswahl müssen Sie systematisch vorgehen.

Zunächst ein Wort: Ich höre immer wieder, das ein Computer nach 2 Jahren ausgetauscht werden muss, weil er dann zu langsam wird. Dies ist – obwohl subjektiv so empfunden – nur ein Märchen.

Wenn Sie die für die Geschwindigkeit ausschlaggebenden Komponenten richtig auswählen, können Sie viele Jahre mit hoher Produktivität arbeiten. Wenn Sie für Ihre Computer hochwertige und hochperformante Komponenten verwenden, haben Sie auch lange ein produktives System zur Verfügung.

Doch welche Komponenten beeinflussen die Performance eines Computers:

CPU

Als Hauptauswahlkriterium wird meist die CPU also der Prozessor genannt. Hier ist die Auswahl für den Laien besonders schwierig, da es mehrere Hundert verschiedene Modelle gibt, welche sich auch noch nicht klar abgrenzen lassen. So gibt es i5 CPU die schneller sind als i7 CPU. Hilfsmittel zur CPU Auswahl sind verschiedene Performance Plattformen. Ich favorisiere hierbei: CPUBENCHMARK.NET.

Mainboard / Hauptplatine

Wenn Sie sich für eine CPU entschieden haben, ist der nächste Schritt die Suche nach der richtigen Hauptplatine. Wechseln Sie hierzu zum Hersteller Ihres Vertrauens.
GIGABYTE
ASUS
MSI
ASROCK
SUPERMICRO (Serverboards)
usw…

Die Auswahl des richtigen Board ist besonders wichtig. Hierbei stellen Sie die Weiche zur Verwendbarkeit und zur Aufrüstfähigkeit.
Besonders wichtig ist es, die benötigten Schnittstellen zu identifizieren und zu berücksichtigen.
Stichworte hierbei:
Serielle Schnittstelle (meist durch ein separates Backblech und Konnectoren auf der Platine)
PCI Slot (Anzahl)
PCIe 16/32 Slot (Anzahl)
SATA Menge und Geschwindigkeit
ATA für alte Festplatten
Anzahl und Art der Speichersteckplätze
Bauform (Formfactor) dies entscheidet auch die Ausführung des Gehäuses
Grafik Onboard
USB 2
USB 3
VGA/DVI/VideoPort/HDMI Mehr ist hier MEHR, natürlich können Sie nur den Standard VGA oder DVI verwenden, mit HDMI können Sie jeden Fernseher anschließen. Sie benötigen natürlich mindestens eine Schnittstelle die der vorhandene oder geplante Monitor besitzt. Je mehr Schnittstellen zur Verfügung stehen, umso flexibler sind Sie bei der Auswahl zukünftiger Bildschirme.
Sound on Board

On Board oder separate Karte

Eine nicht unwesentliche Entscheidung ist es, ob Sie die auf der Hauptlatine integrierten Komponenten für Grafik, Sound, Netzwerk usw. nutzen wollen, oder zusätzliche Schnittstellenkarten verwenden.
Für normale Standardaufgaben sind die Standardkomponenten on Board sicherlich ausreichen. Büroanwendungen ERP, Briefe, Emails, Internetnutzung mit Streaming von Filmen, hierfür reichen die Standardkomponenten meist aus.
Wenn sie jedoch besondere Ansprüche stellen ist meist eine Aufrüstung mit leistungsfähigen Karten notwendig. CAD / CAM benötigt speziele Grafikkarten wie die Quadro Reihe von NVidia.
Für Spieler benötigt man Leistungsfähige Gamingkarten, Multimedia benötigt oft spezielle Soundkarten.
Oft kommt es zu Problemen mit den On Board Netzwerk NIC, die Verwendung einer Netzwerkkarte bringt oft nicht nur eine Lösung des Problems sondern oft auch einen gewaltigen Geschwindigkeits zuwachs.
Mit On Board Komponenten beginnen und später aufrüsten, dafür braucht man genügend Steckplätze.

RAM (Random Access Memory) der Arbeitsspeicher

Auschlaggebend für die Wahl des Arbeitsspeichers ist die gewählte Hauptplatine, diese gibt nicht nur den Formfaktor für die RAM Riegel vor. Die Mainboardhersteller haben umfangreiche Kompatibilitätslisten erstellt und man tut gut daran, sich daran zu halten.
Die gelisteten Speicher sind mit der Platine getestet und im Fehlerfall hat man bei der Garantieabwicklung keine Probleme.

Wie viel Arbeitspeicher ist sinnvoll

Eine der herausragendsten Eigenschaften von MS Windows ist, das eigentlich nie zu wenig Arbeitsspeicher vorhanden sein kann. Sollte der Arbeitsspeicher für aktuelle Aufgaben nicht ausreichen, lagert Windows den Arbeitsspeicher auf der Festplatte aus. Da die Festplatte jedoch wesentlich langsamer lesen und schreiben kann, beeinflusst das direkt die Performance bei.

Obwohl 8 Gbyte für die meisten Zwecke ausreicht sollte man mindestens 16 Gbyte verwenden. Dies sorgt für eine performante Umgebung. Für besondere Zwecke z.B: CAD /CAM, Spiele oder Virtualisierung kann der Speicherbedarf stark steigen.
Dies sollte man bei der Mengenermittlung berücksichtigen.

Speicherriegel für die aktuellen Mainboards gibt es in den Größen 2, 4, 8, 16 oder 32 Gbyte

Die meisten Mainboards bieten eine Dual Memory Channel Unterstützung, daher sollten Sie immer 2 Speichermodule einsetzen, wenn Sie also 16 GByte RAM benötigen, sollten Sie 2 Module mit jeweils 8 Gbyte verwenden.

Festplatten

Für die Installation des Betriebssystems, der Programme sowie zur Speicherung der Daten wird eine oder mehrere Festplatten benötigt.

Gerade bei der Auswahl der Festplatten sind enorme Performancegewinne möglich.
Es gibt Solid State Disks (SSD) oder Hard Disk Drives (HDD) beide Platten werden mit SATA angeschlossen.
Mit einer SSD beschleunigen Sie den Computer am effizientesten. Der Start von Windows erfolgt ca. 4 mal schneller als mit einer Standard HDD 7.200 UPM.
SSD sind – da ohne bewegliche Elemente – auch geschützter gegen physikalische Beschädigungen.

Allerdings sind SSD Festplatten auch teurer als herkömmliche Festplatten. Wenn man viel Speicherplatz für Daten benötigt, ist es durchaus sinnvoll eine Hybridlösung aus SSD und HDD zu Verwenden. Eine 256 GByte SSD für das Betriebssystem und die Anwendungen und eine 2 od. 4 TByte HDD für die Daten.

Als Alternative werden auch Hybridfestplatten angeboten. Diese Platten haben in der Internen Logik eine SSD sind aber eigentlich HDD. Diese Platten ermöglichen einen schnelleren Start, im Betrieb unterscheiden sie sich allerdings nicht von herkömmlichen Festplatten.

Das Netzteil

Oft wird bei der Auswahl des Netzteils gespart. 0815 Netzteile werden für 20 €uro/500 Watt angeboten. Doch wer diese Sparmöglichkeit ausnutzt, der begeht schnell einen schweren Fehler. Die Sparsamkeit beim Netzteilkauf rächt sich meistens.
Bei vielen Computern die den Dienst verweigern ist ein Billignetzteil für die Arbeitsverweigerung verantwortlich. Wer sich selbst helfen kann, der muss dann nur in ein neues Netzteil investieren.  Wer auf Hilfe angewiesen ist hat die Kosten für die Analyse und den Austausch zu tragen.
Sparen beim Netzteil ist also nicht sehr zielführend. Darüber hinaus sind die Billignetzteile auch noch gefährlich. Bei Test des PC Magazin http://www.pc-magazin.de/ratgeber/so-gefaehrlich-sind-billig-netzteile-1119877.html führten Billignetzteile nicht nur zum Ausfall, sondern schädigten auch die angeschlossenen Geräte und gerieten sogar in Brand.

Achten sie beim Netzteilkauf auf Qualität. Als Standard sollte ein Netzteil das von der 80 Plus Initiative Unterstützt wird gelten. Diese Organisation beurteilt die Netzteile auf Grundlage des Wirkungsgrades. Ein Siegel verweist auf die erfüllten Anforderungen.  https://de.wikipedia.org/wiki/80_PLUS